Qualität für Kinder und Erzieherinnen

presse qualitaet sozialberufeMit Menschen zu arbeiten, das ist das Hauptmotiv für einen sozialen Beruf. Erzieherinnen und Sozialarbeiter leisten wichtige gesellschaftliche Arbeit. Wer so einen Beruf ergreifen will, muss Empathie und ein dickes Fell mitbringen. Viel praktische Erfahrung und konsequente Weiterbildung bringt eine Erzieherin in das Leitungsteam. Qualifizierte Kräfte sind in Kinderbetreuungseinrichtungen dringend gesucht.

Lisa Pelz hatte nach demRealschulabschluss eine Friseurausbildung angefangen. „Aber dieser Kontakt zu den Menschen war nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte“, erzählt Pelz. Sie brach ab und machte ein Freiwilli- ges Ökologisches Jahr in einemWaldschul- heim, wo sie mit Erlebnispädagogik in Be- rührung kam. „Das war es, was mich erfüll- te“, sagt sie. Von da an verfolgte Pelz ihren Berufswunsch stringent. Sie absolvierte die Ausbildung zur Erzieherin an der Evangeli- schen Fachschule in Botnang. Die prakti- schen Abschnitte verbrachte sie in einem klassischen Kindergarten, in einer Kinder- einrichtung mit Abenteuerspielplatz und Tieren sowie in einer Krippe. „Und da habe ich mein Herz verloren“, schildert Pelz ihren Werdegang.

Seit März ist die 27-Jährige in der Fach- beratung bei Himpelchen und Pimpelchen, einem freien Träger von Kindertagesstätten für Kinder von null bis sechs Jahren. Nach der Ausbildung bewarb sich Pelz zunächst bei einem kirchlichen Träger. „Dort hatte ich das Glück, eine Kindergruppe mit auf- bauen zu dürfen“, erzählt sie. Sie wechselte zu einem kommunalen Träger, machte den Fachwirt mit dem Ziel einer Leitungsstelle. Sie reduzierte ihre Arbeitszeit auf 60 Pro- zent, arbeitete als sogenannter Springer und bildete sich an der Kolping-Akademie zur staatlich anerkannten Sozialwirtin fort. Durch die Reduzierung der Arbeitszeit konnte ich sehr fokussiert lernen. Die Fort- bildung ist zeitintensiv und anspruchsvoll. BWL, Volkswirtschaft, Recht sind Fächer, die vorher nur angeschnitten wurden“, schildert Pelz diese Phase. Durch eine An- zeige eines Jobportals in einer App wurde Pelz auf die Stelle bei ihrem jetzigen Arbeit- geber aufmerksam und bewarb sich. „Ohne Leitungserfahrung erhielt ich die Chance, zu hospitieren und mich zu beweisen“, erzählt die junge Frau.
Zu ihren jetzigen Aufgaben gehören Qualitätsmanagement und -sicherung. Sie arbeitet im Büro in Botnang, bereitet Team- leitersitzungen vor und Schulungen, oder sie konzipiert etwa die Farbgestaltung für die neuen Räume, die der Träger im Herbst eröffnet. Sie ist aber auch in den Kinder- tagesstätten, schaut sich dieRäumlichkeiten an, ob sie den Standards und den Qualitäts- ansprüchen des Trägers entsprechen. Das kann die Turnhalle sein oder auch eine Klei- nigkeit. „Hängt da die Osterdeko und wir haben schon August?“, beschreibt sie ein Beispiel. Sie kann aber auch gerufen wer- den, etwa zu einem schwierigen Eltern- gespräch oder um ein Kind zu beobachten, bei dem der Erzieherin vor Ort ein Lern- defizit auffällt. Sie sieht sich alsVermittlerin zwischen dem Träger beziehungsweise den Leitungen und denMitarbeiterinnen.

Lesen Sie hier den Artikel der Stuttgarter Zeitung vom 23.06.2018.